Die Wirbelsäule trägt und erträgt den Menschen in seiner Gesamtheit. Mehr als 70% der Menschen in Deutschland haben Schmerzen in der Wirbelsäule. Nahezu jeder Mensch in Deutschland hat oder hatte schon schmerzhafte Erfahrungen mit seinem Rücken. Rückenschmerzen ist die anerkannteste Krankheit überhaupt, weil jeder Mensch sich damit identifizieren kann.

Wusstest du, dass in unserer zivilisierten Welt fast jeder erwachsene Mensch morgens nach dem Aufstehen schon einmal Rückenschmerzen oder Probleme mit den ersten Schritten hatte? Etwa 30 % dieser Menschen haben öfter in der Woche so starke Rückenschmerzen, dass ihnen der Atem stockt. Erstaunlich ist, dass Völker, die unter schwereren Bedingungen leben wie wir „zivilisierte“ von Technik und Wohlstand überversorgte Menschen, deutlich weniger bis fast gar keine Erkrankungen im Bereich des Rückens haben. Woran liegt es, dass Menschen, die im Wohlstand leben eher in der Wirbelsäule erkranken als Menschen, die ein deutlich schwereres Leben haben. Kann das vielleicht am seelischen Stress der Menschen liegen, was glaubst du?

In 90 % der Fälle zeigt sich deutlich, dass die Probleme schon sehr früh in unserer Kindheit entstanden sind. So kann ich heute aus meiner Erfahrung berichten, dass wir im Steißbein, den untersten vier bis fünf Wirbeln der Wirbelsäule, Erlebnisse aus den ersten 15 Monaten unserer Kindheit abspeichern. Diese Zeit hat für uns Menschen eine besondere Bedeutung, da wir in dieser Lebensphase unser Umfeld holistisch wahrnehmen. Bis zum 15. Lebensmonat haben wir Menschen, ebenso wie Orang-Utans und Schimpansen, kein Ego. Da der Bezug zum „ich“ fehlt, würden Babys, die ihr Spiegelbild betrachten immer hinter den Spiegel zu dem freundlichen kleinen Menschen sehen, der sie gerade anlächelt. Das bedeutet, dass jeder Stress und jede Belastung im Umfeld des Kindes als Lebenswahrheit aufgenommen und abgespeichert wird. In den ersten 15. Monaten unseres Daseins lernen wir mehr und schneller als die darauffolgenden 25 Jahre.

Wir erfassen hauptsächlich mit unseren unbewussten Sinnen: Riechen, Schmecken und intuitives Fühlen, wie die Erde um uns herum ist und funktioniert. Die bewussten Sinne: Fühlen, Hören und Sehen spielen in dieser Lebensphase eine untergeordnete Rolle. So werden in dieser frühen Phase des Lebens schon die Ursache für eine spätere Erkrankung der Wirbelsäule geprägt. Geprägt wird das Leben durch unser Umfeld, und das ist bei uns „zivilisierten“ Menschen Großteils durchzogen von Leistung, Wirtschaftlichkeit und Entbehrung. Vom natürlichen Leben, den Naturgesetzen und dem biologischen Rhythmus des großen Ganzen entfernen wir uns mehr und mehr. Schon sehr früh werden wir auf Leistung konditioniert. Wir nehmen die Last wahr, die auf den Schultern unserer Eltern, der Großeltern, Freunde und auch des gesamten Landes ist, in dem wir aufwachsen. Diese Last formt das Steißbein, das zum Ruder unseres Lebens wird, damit wir im Fahrwasser der Menschen, die uns umgeben, mitschwimmen können. Wir bekommen also schon sehr früh die Richtung unseres Lebens vorgegeben. Nach dem 15. Lebensmonat bis etwa zum 7. Lebensjahr bildet sich das Kreuzbein, das Boot des Lebens. Die meisten Menschen, die an starken Wirbelsäulenerkrankungen leiden, haben sich ihr Boot nach dem gebaut, was für andere gut und richtig war, aber nicht für sie selbst. Wenn dein Leben ein Kampf gegen Windmühlen ist oder du zyklisch immer und immer wieder dasselbe erlebst, solltest du dir die Prägungen in deinem Steiß- und Kreuzbein ansehen.

Es ist sicherlich hilfreich, wie ein Stehaufmännchen immer wieder aufzustehen und für die eigenen Ideale, Ideen und Visionen zu kämpfen, doch es ist auch extrem mühsam. Denn wenn du in deiner Kindheit gelernt hast, dass „dir nichts geschenkt wird“, dass „du hart arbeiten musst, um es zu etwas zu bringen“ und dass „du lieb und artig sein musst, damit du geliebt wirst“, dann ist das wahrscheinlich in dir verankert. Unsere zivilisierten Erziehungsmethoden verbiegen die Kinder, wir lernen ihnen Dinge, die wir selbst nie gebraucht haben und mit einem natürlichen Leben nichts zu tun haben. Wir haben Schulsysteme, die unterrichten, dass wir alle lieb und freundlich sein sollen und dennoch werden Kinder immer gewalttätiger. Unsere Kinder kennen die Logos der Designermarken, haben aber keine Ahnung welches Blatt zu welchem Baum gehört. Viele junge Menschen sind orientierungs- und hoffnungslos und in ihrer Überforderung funktionieren sie einfach nur und gehen Wege, die gegen die Gesetze der Natur und gegen jede Vernunft sind. Sie verbiegen sich und damit verbiegen sie auch ihre Wirbelsäule, die Stütze des Lebens.

Wann wirst du beginnen, dich wirklich aufzurichten und deinen Instinkten zu folgen?

Dein Tom Peter

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